Schwarzfahrer: Ziel im Aargau knapp verfehlt

Aargau | 12.09.2017 08:03, zto, 0 Kommentare

A-Welle: In den vergangenen zwei Jahren ist der Anteil der Passagiere, die ohne Billett unterwegs sind, leicht gestiegen

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Bild: schwe

725 530 Passagiere haben die Transportunternehmen der A-Welle im ersten Halbjahr kontrolliert. 14 835 waren innerhalb des Tarifverbundes, der ausser dem Fricktal den ganzen Aargau umfasst, ohne gültiges Billett unterwegs. Daraus ergibt sich eine Schwarzfahrerquote von 2,04 Prozent. Der Zielwert der A-Welle liegt bei 2 Prozent, ist also überschritten. Geschäftsführer Martin Osuna sagt: «Im ersten Semester 2017 lag die Quote tatsächlich leicht über dem Zielwert, dies werden wir an einer Sitzung im September besprechen.» Dabei werde entschieden, ob es zusätzliche Massnahmen brauche, um die Quote wieder zu senken.

Osuna relativiert jedoch: «Ich gehe davon aus, dass die Quote momentan leicht höher liegt, weil die Transportunternehmen auf Strecken kontrollieren, wo es mehr Schwarzfahrer gibt.» Eine niedrige Schwarzfahrerquote bedeute nicht zwingend, dass es weniger Leute gebe, die ohne gültiges Billett unterwegs sind. «Wenn ein Transportunternehmen dort kontrolliert, wo zahlreiche Schwarzfahrer zu erwarten sind, zum Beispiel in städtischen Gebieten oder in Nachtbussen, steigt die Quote natürlich», sagt Osuna. Allerdings sollten Kontrollen ja dort stattfinden, wo das Problem am grössten sei und wo sie einen Effekt haben.

Schwarzfahrerquote steigt
Innerhalb der A-Welle wurde 2013 ein neues Erhebungssystem eingeführt. Zugleich wurden eine Schwarzfahrerquote von unter 2 Prozent und mindestens 300 Kontrollstunden pro Million Fahrgäste als Ziele festgelegt. 2012 lag diese Quote noch bei 2,5 Prozent, bis Ende 2015 sank sie auf gut 1,5 Prozent, seither steigt der Wert wieder an. «Die Kontrollen sind eine Daueraufgabe», sagt Martin Osuna, der weiter erklärt, es gebe je nach Jahr und Transportunternehmen grosse Schwankungen. Zur A-Welle gehören AAR bus+bahn, Aare Seeland mobil, BDWM Transport, Busbetrieb Olten Gösgen Gäu, PostAuto Schweiz Region Nordschweiz, Regionalbus Lenzburg, Regionale Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen, SBB sowie die Zugerland Verkehrsbetriebe. Wie hoch die Schwarzfahrerquote bei den einzelnen Transportunternehmen liegt, gibt Martin Osuna nicht bekannt. Es gehe darum, das Problem auf dem gesamten Gebiet des Tarifverbunds anzugehen.

Kontrollaufwand ist gross
Strafen für Transportunternehmen, die mehr als 2 Prozent Schwarzfahrer aufweisen, gibt es seitens A-Welle nicht. «Allerdings ist der Anteil an den gesamten Billetteinnahmen für diese Unternehmen natürlich tiefer», sagt Osuna. Das System funktioniert so, dass alle Einnahmen in einen Topf fliessen, bei der Verteilung an die Firmen aber nur die Zahl der Fahrgäste berücksichtigt wird, die mit einem gültigen Ticket gereist sind.

Es sei natürlich möglich, mit mehr Kontrollen auch mehr Schwarzfahrer zu erwischen, sagt Osuna. «Allerdings wird der Aufwand ab einer gewissen Grenze unverhältnismässig gross.» Es komme auch vor, dass Schwarzfahrer erwischt würden, bei denen aber kein Geld zu holen sei. «Insofern müssen wir eine gewisse Quote an Schwarzfahrern akzeptieren», räumt Osuna ein. Die einzelnen Transportunternehmen müssten für sich abwägen, wie viel Aufwand sie betreiben wollten, um das Problem zu bekämpfen. Entscheidend sei nicht nur die reine Zahl der Kontrollen, sondern auch die Methode. «Ein Transportunternehmen hat neu zu Zeiten kontrolliert, bei denen man bisher davon ausging, dass die Fahrgäste gültige Billette haben», führt er aus. So seien deutlich mehr Schwarzfahrer erwischt worden.

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