«Fünf Sitze wären das Tüpfli auf dem i»

Zofingen | 12.09.2017 09:26, bkr, 0 Kommentare

Die vier bisherigen glp-Einwohnerratssitze halten: Das ist für Parteipräsident Adrian Borer ein realistisches Wahlziel.

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glp-Ortsparteipräsident Adrian Borer ist Chef der Zofinger Niederlassung des US-Biotechnologie-Unternehmens Celgene. BKR

Grosse Überfliegerin bei den Zofinger Kommunalwahlen 2013 war die Grünliberale Partei (glp). Erstmals mit einer eigenen Liste angetreten, gewann sie aus dem Stand 4 Sitze im Einwohnerrat. Ihr Mitglied Dominik Gresch zog in den Stadtrat. Die glp politisiert weiterhin in der Fraktion Dynamische Mitte (DYM) zusammen mit CVP und der EVP. Würde es in dieser Konstellation nicht Sinn machen, wenn das Wahlgesetz Listenverbindungen zuliesse? glp-Ortsparteipräsident und Einwohnerrat Adrian Borer: «Nein, bei einem Parlament mit 40 Sitzen reichen 2,5 Prozent Stimmenanteil für einen Sitz. Das ist eine kleine Hürde.»

Teil der DYM, aber sich selbst
Borer betont, dass man gerne in der DYM-Fraktion arbeite, aber ansonsten sich selbst ist – grünliberal eben. Die Eigenständigkeit der drei Partnerinnen sei diesen Frühling auch bei den Stadtratswahlen deutlich geworden – jede der Parteien hat ihre eigene Kandidatur angemeldet. Die glp war mit ihrer auf der Erfolgsstrasse – Dominik Gresch wurde mit einem ausgezeichneten Resultat wiedergewählt.

Auf Gresch als Imageträger sowie auf 4 profilierte bisherige Einwohnerräte – plus 8 weitere bekannte Persönlichkeiten auf der Liste – darauf kann Borer für die Einwohnerratswahlen bauen. «Die vier Sitze halten, ist realistisch – ein weiteres Mandat wäre das Tüpfli auf dem i.»

Bildung ist zentral
Was steht bei der glp für die nächsten vier Jahre auf der Traktandenliste? «Ganz klar der Bereich Bildung inklusive Tagesstrukturen und, wo nötig, ein Ausbau der Schulinfrastruktur.» Dieser – und zahlreiche weitere Bau- und Verkehrsprojekte – lösen eine Investitionswelle aus. Es gelte deren Höhe in einem für Zofingen erträglichen Mass zu halten. «Die Investitionen müssen nachhaltig und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt tragbar sein.» Die Verschuldung Zofingens müsse ohne Steuererhöhung verkraftbar bleiben.

Einem zusätzlichen städtischen Parkhaus im Osten der Stadt steht die glp positiv gegenüber – «gerne aber in der Rechtsform der AG». Eine solche möchte Borer auch für das Seniorenzentrum. Dies würde die Rechnungsführung vereinfachen und Effizienzgewinn schaffen.

Bei der Standortpolitik würde sich der glp-Präsident einen Fokus wünschen, der – neben dem Bereich Wohnen – stärker auf die Ansiedelung von Gewerbe und Industrie ausgerichtet ist. Unter neuer Industrie versteht Adrian Borer – Ingenieur-Chemiker mit Doktortitel – High-Tech-Firmen, wie sie beispielsweise im Pharmapark Siegfried zu finden sind. «Ökologie lässt sich so sehr gut mit Ökonomie vereinbaren.»

Wachstum bringt Verkehr. «Was wir benötigen, sind leistungsfähige Achsen – wie die Wiggertalstrasse. Zwischen ihnen 30er-Zonen und ein austariertes Konzept für den Velo- und Fussgängerverkehr.»

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