Hat schon als Jugendlicher politisiert

Zofingen | 26.04.2013 08:40, zto, 0 Kommentare

Urs Plüss (EVP) ist einer von 37 neuen Grossräten im Kanton Aargau.

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Urs Plüss steht vor der Vereidigung in den Grossen Rat des Kantons Aargau und hinter seinen Wahlplakaten, die ihm dazu verholfen haben.

Am 30. April ist es so weit, dann trifft sich der neu formierte Grosse Rat des Kantons Aargau zu seiner ersten Sitzung der Legislaturperiode 2013/16. Höhepunkt dieses ersten Treffens wird für die 37 neuen Grossräte die Vereidigung sein. «Ich freue mich, dass es nun endlich losgeht», sagt Urs Plüss von der EVP. Seit dem 21. Oktober 2012, seit er in den Grossen Rat gewählt wurde, sind nun mehr als sechs Monate vergangen. Monate, in denen er zum Zuschauen gezwungen war. «Immer wieder wurde ich in dieser Zeit gefragt: Und, wie fühlt es sich so an als Grossrat?» Bald kann er erste Antworten geben. Seit dem 2. April kommt regelmässig Grossratspost aus Aarau. In der Zwischenzeit ist der Aktenberg auf rund 30 cm Höhe angestiegen. «Das geht noch, ich habe mehr erwartet», sagt Urs Plüss. Er mag es, dass die Unterlagen auch digital zugänglich sind und so an verschiedenen Orten auf der Welt gelesen und studiert werden können. Urs Plüss wuchs in Walterswil in einer an Politik interessierten Familie auf. Sein Vater war SP-Mitglied und viele Jahre Stimmenzähler in der Gemeinde. «Beim Essen war Politik oft ein Thema», blickt Urs Plüss zurück. Auch heute vergehe kaum ein Treffen, bei dem man nicht auch politische Themen diskutiere.

Vor 12 Jahren erstmals auf der Liste
2001 tauchte Urs Plüss erstmals auf der Kandidatenliste der Einwohnerratswahlen in Zofingen auf. Doch nicht bei der SP, wie es sein Vater wohl gerne gesehen hätte, sondern bei der EVP. «Es war die erste Partei, die mich angefragt hat», sagt Urs Plüss. Er war damals engagiertes Jungschar-Mitglied und die politische Ausrichtung der EVP sagte ihm zu. So wie auch heute noch. 2007 rückte er in den Einwohnerrat nach und konnte erstmals Erfahrung in der Legislative sammeln. Nachdem EVP-Grossrat Martin Bhend im Herbst 2011 der Partei den Rücken kehrte und zur FDP übertrat, kandidierte Urs Plüss mit viel Elan für den Grossen Rat. «Es galt für die EVP den Sitz zurückzuholen, den wir durch Martin Bhend verloren hatten.» Da kam sein gutes Netzwerk im Bezirk Zofingen zum Tragen, das ihm zum Sprung ins Kantonsparlament verhalf. «Ich gehe die Sache mit zurückhaltenden Erwartungen an, denn mir ist bewusst, dass die meisten Themen der nächsten zwei Jahre bereits vorgegeben sind», schaut Urs Plüss realistisch in die Zukunft. «Trotzdem möchte ich Akzente setzen, vor allem in der Kommission Volkswirtschaft und Ausgaben, in die ich bereits gewählt wurde.»

Eine Stunde gewählter Nationalrat
2011 liess sich Urs Plüss auf die EVP-Liste für den Nationalrat setzen und wurde gewählt. Jedenfalls stand er für rund eine Stunde auf der Liste der Gewählten auf der offiziellen Internetseite des Kantons Aargau. «Die Verantwortlichen hatten die Simulationsdaten nicht gelöscht», weiss Urs Plüss. Enttäuscht war er aber nicht: «Eine Wahl in den Nationalrat wäre einem riesigen Wunder gleichgekommen.» Tatsache ist hingegen, dass er nun Aargauer Grossrat ist. Wir begleiten Urs Plüss im Grossen Rat und berichtet sporadisch darüber.

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