Der Brückenbauer

Aarburg | 25.04.2016 07:00, no, 0 Kommentare

Für die Bürger will sich Fredy Nater einsetzen.

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Fredy Nater wirbt auf Onlinereiseportalen für diesen Ort an der Aare in Aarburg. (Foto: zVg)

Fredy Nater hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf sämtliche Onlinereiseportale die Festung und die Woog von Aarburg als Sehenswürdigkeit zu stellen. Zu Recht: «Aarburg hat viel zu bieten», sagt er. Die Kulisse sei schlicht unschlagbar.

Im Vordergrund stehe für ihn bei der Kandidatur nicht seine Partei, die FDP, sondern er als Person. «Das Nominationskomitee weiss, dass ich kein Parteisoldat bin», so der 54-Jährige. Liberale Grundwerte wie Meinungsfreiheit und Eigenverantwortung «sind meine Steckenpferde». Nicht immer sei er aber gleicher Meinung wie die Partei. «Steuersenkungen sind beispielsweise nicht mein Hauptthema.»

Über die Schulsituation

Wenn ihm etwas nicht passe, sage er das gerade heraus, sagt Nater. So geschehen auch an der Infoveranstaltung der Schule Aarburg (wir berichteten), die er als Mitglied der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission (FGPK) besuchte. Er habe den Evaluationsbericht gesehen und sei wütend geworden. «Die Situation, wie sie jetzt ist, ist gravierend. Da muss sofort gehandelt werden. Was jetzt passiert, ist eine Operation am offenen Herzen.» Der Lehrerschaft und auch den Schülern müsse er sein Lob aussprechen. «Sie haben unter den gegebenen Umständen das Beste aus der Situation gemacht.» Nun hänge alles an den relativ neuen Mitgliedern der Schulpflege. «Es ist eine schwierige Situation. Ich hoffe, das kommt gut.»

Ebenfalls sehr am Herzen liegt Nater die Zentrumsplanung im Städtli. «Da sind wir auf einem guten Weg», ist er überzeugt.

Kein Wunschkonzert

Aufgewachsen ist Nater in Basel. Schon als Kind habe er da im elterlichen Gastronomiebetrieb «Rüebli geschnitzt». Nach der Lehre als Koch und verschiedenen Weiterbildungen wechselte er in den kaufmännischen Bereich, wo er auch heute tätig ist. Nach Aarburg zog es ihn vor 13 Jahren «weil ich nicht mehr pendeln wollte». Und die Gemeinde sei perfekt gelegen. Schnell habe er sich politisch und in Vereinen engagiert. Erfolgreich führte er 2012 und 2015 die Aarburger Gewerbeausstellung GEWA als OK-Präsident durch. «Engagement ist mir wichtig, wenn ich mich an einem Ort zu Hause fühle.»

Und: «Ich hätte genug Zeit und bin motiviert, das Amt als Gemeinderat auszuüben», sagt er auf die Frage, weshalb man ihn wählen sollte. Und nach einem Wunschressort gefragt: «Grundsätzlich gibt es im Gemeinderat kein Wunschkonzert. Der Letzte nimmt, was übrig bleibt.» Weil die Thematik rund um die Schule gerade so akut sei, «würde ich mich dem gerne annehmen». Auch weil er denke, die anderen Gemeinderäte würden ihre langjährigen Ressorts bestens ausführen. «Jedes Ressort ist aber spannend und eine grosse Verantwortung. Es stehen viele wichtige Themen an.»

Ambitionen für den Grossen Rat oder gar das Bundeshaus hegt Nater keine. «Ich kenne zwar beide Parlamente als Besucher.» Er wolle aber lieber für Aarburg ein guter Gemeinderat sein. «Dazu muss man anfänglich 100-prozentig zur Verfügung stehen, um sich nicht zu verzetteln.» Dennoch finde er es nicht gut, dass Aarburg derzeit nicht im Grossen Rat vertreten sei. Martina Bircher oder Rolf Walser «haben gute Chancen, dies ändern zu können», ist Nater überzeugt.

Seine Stärke sei, dass er ein Brückenbauer sei, so Nater. «Wenn es Probleme gibt, suche ich unverzüglich nach Lösungen.» Er packe an, setze um. «Ich kenne die Gemeinde und weiss, wie sie tickt. Ich würde mich für vieles einsetzen: Standortförderung, Verkehr, Sozialkosten, Asylthemen.» Generell sei er zudem ein Optimist. Auch habe er sich schon angehört, er sei detailversessen.

Und Schwächen? «Die hat doch jeder Mensch», so Nater.  Er werde recht schnell ungeduldig, «wenn es nicht vorwärtsgeht». Wie etwa bei der Schulthematik derzeit. «Man kann jetzt nicht einfach drei Jahre Gespräche führen», sagt er.

Kochen aus Leidenschaft

Noch immer kocht Fredy Nater sehr gerne, zum Beispiel Fischgerichte. Im Sommer sind seine Spezialität Grilladen vom Holzofengrill und im Winter kann auch eine «Canard a l'orange» mit passender Beilage «aus dem Ofen rauskommen». Er möge zudem experimentelle Küche. Wenn er Besuch hat, stellt er sich gerne stundenlang hinter den Herd. «Der richtige Wein zum guten Essen darf natürlich nicht fehlen.» Er bevorzuge Tropfen von kleinen Produzenten. Nebst dem Kochen reist Nater gerne in der Schweiz oder in fremde Ländern, auch Kreuzfahrten unternimmt er. Oft wandert er oder mietet sich einen Töff.

Die Chancen, gewählt zu werden, «sind intakt», sagt Nater. «Ich bin optimistisch.» Er sei sich aber auch bewusst, «dass es nicht klappen könnte». Er habe sich jedenfalls gut und lange überlegt, ob er noch einmal antrete. «Das letzte Mal bei den Neuwahlen fehlten mir neun Stimmen.» Klar sei: «Das Volk hat einen Auftrag zu erteilen. Es entscheidet am Ende. Und das ist auch gut so.»

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