Der Idealist

Aarburg | 23.04.2016 07:00, msl, 0 Kommentare

Christian Suter möchte vermitteln.

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Christian Suter in der Waldhütte der Ortsbürgergemeinde, einem seiner Lieblingsplätze. (Foto: msl)

Fairness ist für Gemeinderatskandidat Christian Suter wichtig. Der 64-jährige Genosse steht dafür seit Jahren im Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband (SEV), in der Politik, aber auch im Fussball ein. Als Schiedsrichterinspizient hat er im Sommer sein 40-Jähriges. Und 32 Jahre war er selber als aktiver Fussballschiedsrichter im Einsatz. Seit dem 1. Dezember ist der ehemalige Bähnler frühpensioniert. Das Mandat als Zentralpräsident des SEV führt er noch bis Ende Jahr aus. Er ist seit 35 Jahren verheiratet und Vater zweier Kinder, die 32 und 29 Jahre alt sind.

Nach Aarburg kam Suter durch einen Zufall. «Wir haben hier ein Haus gekauft», sagt er. Anfangs habe er einfach da gewohnt und in Olten gearbeitet. Dann bewarb er sich für die Schulpflege. Als in der FGPK ein Sitz frei wurde, «dachte ich mir, das liegt mir eigentlich noch besser», so Suter. «Ich wollte einfach etwas für die Gemeinde tun.» Heute sei er der Dienstälteste. In der SP ist er seit 20 Jahren, «denn als Gewerkschafter gab es für mich nie eine andere Partei», sagt Suter, der am liebsten im Säliwald spazieren geht. Manchmal nimmt er den Hund der Tochter mit. Gerne geht Christian Suter auch auf Reisen, die er meist mit Fussballspielen der Schweizer Nationalmannschaft verbindet. So war er etwa in Brasilien oder Argentinien dabei. «Die Fussballspieler persönlich kennen zu lernen, war relativ schwierig, als Hitzfeld Trainer war. Petkovic ist da offener», sagt der gebürtige Emmentaler. «In Estland war ich im selben Hotel wie die Nati und konnte mit den Spielern plaudern.» Durch die Fussballreisen lernt er viele Leute jeden Alters kennen. «Man trifft sich immer wieder.» Auch auf Kreuzfahrten geht Suter.

Tendenziell sei er ein typischer SP-ler, einer der alten Schule, sagt er. Und loyal, das sei er auf jeden Fall auch. «Mit der Juso hatte ich aber wegen Asylgeschichten in Aarburg schon Differenzen.»

Aarburg braucht einen Grossrat

Auf die Frage, weshalb er bei so vielen Hobbys noch Gemeinderat werden wolle, sagt er: «Ich merke, dass ich noch etwas machen möchte.» Aarburg sei auf einem guten Weg. «Aber wir müssen dranbleiben. Ich möchte gemeinsam mit den anderen Kollegen auf dem eingeschlagenen Weg weitergehen.» In den letzten zwei Amtsperioden sei sehr viel Positives passiert. «Aber es braucht Beharrlichkeit.»

Als Gewerkschafter sei er gut vernetzt. «Und ich habe meine Lebenserfahrung zu bieten. Es ist gut, wenn auch die Generation über 60 im Gemeinderat vertreten ist. Ich möchte vermitteln.» Und er wolle die Disharmonie, die er manchmal spüre, beseitigen. «Ich bewege gerne mit anderen Leuten zusammen etwas.»

Welches Ressort er übernehmen möchte, könne er nicht sagen. «Der Letzte nimmt, was übrig bleibt», ist Suter der Ansicht. Und: «Die wichtigsten Ressorts sind gut besetzt.»

Was er anders machen würde als der jetzige Gemeinderat, wenn er gewählt würde, «kann ich nicht sagen». Er finde es gut, wie die anstehenden Probleme angegangen würden. «Die Kommunikation gegenüber der Bevölkerung könnte noch verbessert werden», so Suter. Kommunikation sei oftmals ein Schwachpunkt, das erlebe er auch in der Gewerkschaft.

Und auf seine Schwächen angesprochen: «Die hat jeder Mensch. Vielleicht bin ich manchmal zu gutmütig und kann nicht gut Nein sagen.» Bei der Kandidatur sei er jetzt mit Herzblut dabei. Auch für den Grossen Rat will Suter kandidieren. «Da muss man realistisch sein, ich will vor allem der Partei Stimmen bringen.» Ein gutes Resultat und ein bewegter Wahlkampf seien das Ziel. «Auch wenn ich teilweise dann noch an der Europameisterschaft in Frankreich bin.»

Ambitionen fürs Bundeshaus hegt Christian Suter keine, «schon nur vom Alter her». Klar ist für ihn aber: «Aarburg muss wieder im Grossen Rat vertreten sein.» Er hoffe, dass es durch einen Genossen sein werde. «Mir geht es um die Sache und nicht um meine Person. Als Gewerkschafter ist das auch so», sagt Suter bescheiden. Er habe über 20 Jahre Erfahrung in Führungsämtern, «da kann man sich nicht selber in den Mittelpunkt stellen, sonst kommt das nicht gut.» Denn: «Wenn man politisiert, muss man ein Idealist sein», so Suter. Und das sei er eigentlich generell im Leben.

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