Also reden wir

Brittnau | 20.01.2016 09:40, Leserbrief, 0 Kommentare

Leserbrief von Patrick Vogt, Brittnau 

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Wie der ehemalige Gemeinderat von Brittnau und Chefredaktor des Zofinger Tagblatts und der Luzerner Nachrichten in der Ausgabe vom 16. Januar treffend festhält, herrscht in Brittnau dicke Luft. Schon der Untertitel ist verfänglich, denn es geht nicht um die normale Unterkunft von Asylsuchenden, sondern um die Beherbergung von mindestens 15 Migranten, welchen gemäss Asylgesetz kein Asyl gewährt werden wird, aber dennoch vorläufig (für immer) aufgenommen werden. Auch wenn im Dorf alles mit juristisch rechten Dingen zugeht, ist es doch für viele etwas unverständlich, dass sich die Gmeind gegen den Erwerb von Wohncontainern im Wert von 250000 Franken ausspricht, der Gemeinderat dann aber nur Wochen später für 500000 Franken ein ganzes Haus kauft, plus eine Wohnung anmietet, welche im örtlichen Vergleich doch sehr teuer ist. Die direkte Demokratie wird zumindest emotional strapaziert, das Feingefühl des Dorfvormunds vermisst. Passt doch irgendwie auch zum befohlenen kantonalen Aufnahmezwang, aber das ist eine andere Geschichte. Die von Michael Flückiger vermissten Motive der Bevölkerung sind nicht so schwer zu erkennen. Da gibt es die einen, welche unter dem Motto «wir schaffen das» auch abgelehnte Asylmigranten nicht nur aufnehmen möchten, sondern zum höchstmöglichen Komfort unterbringen wollen. Die zweite Gruppe sieht die humanitäre Verpflichtung durchaus, möchte die Migranten aber zwischen den wirklichen Asylanten nach Asylgesetz und den einfachen Profiteuren auseinanderhalten, und sprechen sich deshalb für die Variante aus, welche die abgelehnten Asylbewerber nicht sesshaft werden lässt, nämlich der Zivilschutzanlage (ZSA). Die Dritten wollen gar keine Migranten auf Steuerrechnung aufnehmen, egal von welchem Steuerkässeli alles bezahlt wird. Somit müsste eigentlich die einfache Frage an der Urne lauten, ob die dem Dorf zugeteilten abgewiesenen Asylbewerber mit vorläufigem Aufenthaltsrecht in der ZSA untergebracht werden, oder aber mehr Komfort in Form von Containern/Wohnungen/Häusern geboten werden soll.

Patrick Vogt, Brittnau

 

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