Asylsuchende sind eingezogen – fünf weitere folgen

Brittnau | 14.01.2016 13:36, rzu, 1 Kommentar

Fünf männliche Flüchtlinge aus Afghanistan sind gestern in der Gemeinde angekommen. Fünf weitere folgen nächste Woche. Eine fünfköpfige afghanische Familie wohnt seit Dienstag an der Zofingerstrasse. 

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Das Haus am Uferweg sollte bis März oder April fertig renoviert sein. (Foto: mif)

Ein freiwilliger Übersetzer für Farsi (persische Sprache) hat gestern neben Frau Gemeindeammann Astrid Haller, Gemeinderätin Nadine Sterchi sowie einer Betreuerin und einem Betreuer fünf Afghanen empfangen. Die Asylsuchenden wurden von ihnen instruiert, wo sich was und wie befindet. Die Betreuer sind von der Gemeinde im Stundenlohn angestellt. «Am Anfang werden die Betreuer mehr zu tun haben. Wir rechnen mit fünf bis zehn Stunden pro Woche, mit der Zeit wird der Betreuungsaufwand jedoch abnehmen», sagt die Gemeinderätin Nadine Sterchi. Wie gross der sein wird, könne sie jedoch nicht sagen. «Wir gehen davon aus, dass die Ausgaben kostendeckend sind mit der einschlägigen Unterstützung durch den Kanton.»

Renovation bis März oder April

Der Kanton weist Brittnau 15 Asylsuchende (laufende Asylverfahren) zu. Mit der fünfköpfigen afghanischen Familie, die am Dienstag die Mietwohnung an der Zofingerstrasse bezog, leben bis jetzt aber erst zehn Flüchtlinge im Dorf. Fünf weitere männliche Afghanen, die ebenfalls in der Zivilschutzanlage untergebracht werden, träfen erst nächste Woche in Brittnau ein. Laut Balz Bruder, Leiter des kantonalen Gesundheit- und Sozialdepartements, hängt dieser Umstand mit den bisherigen unterschiedlichen Standorten zusammen.

Sobald das Haus am Uferweg – im März oder April – renoviert sein wird, könnte die Zivilschutzanlage allenfalls geschlossen werden. Ob die Aufnahmepflicht mit den drei Wohnungen erfüllt werden kann, ist aber noch unklar. Zumal der Bund, und in der Folge der Kanton, das Aufnahmekontingent jederzeit erhöhen könnte. Die Gemeinde möchte eher nicht, dass die Wohnungen künftig von reinen Männergruppen bewohnt werden. «Wir hoffen, dass in die beiden Wohnungen am Uferweg Familien einziehen werden», sagte Astrid Haller in einem Bericht des Zofinger Tagblatts vom letzten Samstag. Balz Bruder bestätigt dies. «In die Wohnungen werden Familien einziehen, welche sind noch offen.» Ebenfalls offen ist, wohin dann die zehn Männer der ZSA umverteilt werden.

Ob des Ausmasses überrascht

Den Gemeindebehörden wehte in jüngster Zeit heftiger Wind entgegen. «Mit negativen Reaktionen haben wir gerechnet», sagt Nadine Sterchi. Die Behörden seien nur ob des Ausmasses überrascht. Es habe aber auch positive Rückmeldungen gegeben, wiegelt Sterchi ab. Um bei Fragen bezüglich der Unterbringung Hand zu bieten, hat die Gemeinde am Dienstag ein Dokument mit allen wichtigen Telefonnummern an die Anwohner der Zivilschutzanlage und der Zofingerstrasse verschickt.

Kommentare (1)

Anna Meier
am 14.02.2016 um 05:14Uhr
Es heisst übrigens nicht Frau Gemeindeammann - schade, dass Journalisten das nicht wissen.

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