Mission possible

Zofingen | 02.04.2014 07:00, zto, 1 Kommentar

Die praktische Fahrprüfung soll ja etwas vom Schlimmsten sein, was es gibt. Und die Expertenlauter lauter fiese, sadistische Männer, die einem nur das Schlimmste wünschen.

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Provisorisch, aber gültig!

Wirklich schlimm waren die zwei Tage vor der Prüfung. Mein Hungergefühl war weg, mein Puls um mindestens 20 Schläge per Minute erhöht, die Anspannung gross. Im Gegensatz zu allen anderen Prüfungen, die ich absolviert habe, hat die Fahrprüfung etwas Unberechenbares an sich. Verkehr, Wetter, Route – alles ungewiss und eher beunruhigend. Ich rechnete deshalb und aufgrund der Tatsache, dass gut ein Drittel die Fahrprüfung beim ersten Versuch nicht besteht, präventiv mit dem Schlimmsten und malte mir aus, wie mich der Experte in Einbahnen, Fahrverbote und andere unangenehme Situationen locken würde, die ich natürlich alle verbocken würde.

Der Experte aus Fleisch und Blut hiess Herr Hunziker und ich merkte bereits beim kräftigen Händedruck, dass dieser Mann weder sadistisch, noch schlecht gelaunt war und schöpfte Zuversicht. Offensichtlich gibt es unter den 50 Experten in Schafisheim auch solche, die daran interessiert sind, dass die Schüler die Prüfung bestehen. Herr Hunziker jedenfalls reagierte auf meine Selbstgespräche mit beruhigenden Kommentaren. Ich: Ohhh, die Ampel hat bereits Orange gezeigt…. Herr H.: Kein Problem, das hat nicht mehr gereicht um zu bremsen. Ich: Jetzt bin ich glaub etwas forsch in den Kreisel rein… Herr H: Ist ja gut gekommen! Ich: Etwas näher am Strassenrand hätt ich schon parkieren können… Er: Hauptsache drin! So ging das eine Weile, dann kamen wir ins Plaudern. Herr Hunziker hatte offenbar, wie mir langsam dämmerte, die Videobeiträge und all den Käse, den ich geschrieben habe, mitverfolgt. Aber anders als erwartet hatte er sogar ein wenig Mitleid mit mir. Von wegen ständig unter Beobachtung und so…

Als Herr Hunziker ans Zurückfahren dachte, war erst eine halbe Stunde vergangen. Ich verstand ihn gut: das Wetter war prächtig, der Feierabend nahe und der Schüler von der Sorte, dass auch einer weiteren halben Stunde keine signifikante Besserung zu erwarten war. Das klappe ja alles ganz ordentlich, auch wenn das Fahrverhalten generell noch etwas ruhiger werden dürfe. Tja, und dann waren wir bereits wieder auf dem Parkplatz vor dem Verkehrsamt, wo ich noch vorwärts einparken musste. Das war’s! Ziemlich unspektakulär, aber höchst erfreulich aus meiner und Andys Sicht. Jetzt bin ich also ein richtiger Autofahrer, der ganz alleine in den Coop fahren und ein Sixpack Bier holen darf. Und genau das tat ich auch als Erstes nach meiner Rückkehr nach Brittnau. Prost!

Kommentare (1)

roli
am 02.04.2014 um 23:12Uhr
Gratuliere zur bestandenen Prüfung.Habe den Chek auch erst mit 38 gemacht.Gute Fahrt.

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