Bahnfahren mit PS

Zofingen | 26.02.2014 08:34, zto, 2 Kommentare

Das höchste für den Neulenker ist die Bahn, aber nicht die auf Schienen, sondern die ganz schnelle für Vierräder. So erregend wie angenommen war der Temporausch dann aber doch nicht.

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Die erste Autobahnfahrt wurde von Lehrer Andy leider im letzten Augenblick annuliert. Kurz vor dem grossen Moment wollte ich im Regierungsrats-Kreisel in Aarau noch schnell vor einem 40-Tönner durchbrettern. Da ich generell etwas lahm bin im Anfahren und Lücken-Schliessen, wollte ich endlich etwas forscher ans Werk gehen. Ich war mir sicher, dass es reicht. Andy war sich offenbar sicher, dass es nicht reicht. Anders kann ich seine Vollbremsung in letzter Sekunde nicht erklären. Dann schimpfte er ein wenig über meine selbstmörderische Kurzschlusshandlung. 40 Tonnen seien etwas viel, um davon platt gemacht zu werden. Da musste ich natürlich zustimmen! Dann, kurz vor der Autobahn, würgte ich noch den Mocken ab an einem eigentlich problemlosen Kreisel, weil ich in den vierten, statt in den zweiten Gang schaltete. Kann passieren, oder? Für Andy war es Beweis genug dafür, dass ich noch nicht auf die Autobahn gehörte. Deshalb Rückfahrt auf der Landstrasse.

Vier Tage später dann der nächste Versuch, nachdem wir das Gelände des Strassenverkehrsamtes in Schafisheim inspiziert hatten. Um es vorweg zu nehmen: es war überhaupt nicht schlimm! Ich tat für ein Mal genau das, was der Boss mir befahl, das heisst, ich schaltete in den sechsten Gang und gab mächtig Gutzi auf der Beschleunigungsstrecke, was mit 270 PS ja wirklich nicht schwierig ist. Tja, und dann fuhr ich einfach auf der rechten Spur mit knapp 120 von Aarau nach Oftringen. Einen Lastwagen musste ich überholen, sonst geschah rein gar nichts Aufregendes, ausser, dass wir schnell wieder zu Hause waren.

Eine kleine Anmerkung noch zur ewigen Altersdiskussion: Ich war gerade in der Personalabteilung, da arbeitet ein junger Mann, der fast halb so alt ist wie ich. Als ich ihm erzählte, dass ich heute Premiere auf der Bahn hatte, meinte er nur, er hätte beim ersten Mal recht Schiss davor gehabt, auf dem Beschleunigungsstreifen richtig Stoff zu geben und danach nicht reinfahren zu können, bzw. nicht reingelassen zu werden von den anderen Verkehrsteilnehmern. An genau dieses Szenario hatte ich selber auch gedacht und ich bin ziemlich sicher, ich hätte auch vor 23 Jahren daran gedacht. Warum? Weil die Autobahn eben die Autobahn ist und die Geschwindigkeit von 120 km/h die Geschwindigkeit von 120 km/h, egal, wie alt man ist.

Kommentare (2)

schwe
am 26.02.2014 um 15:20Uhr
Boss! jetzt, wo du's sagst ...;=) da hab ich's wohl ZU gut gemeint hahaha!
Andy Hofer
am 26.02.2014 um 15:13Uhr
Reto, der Boss gab Dir aber nicht den Befehlt im 6. GANG AUF DEM BESCHLEUNIGUNGSSTREIFEN GUTZI ZU GEBEN. Beim Einfahren ist man normalerweise im 4. oder 5. Gang, auch mit 270 PS! Erst wenn wir uns auf der Autobahn befinden, schalten wir in den 6. Gang.

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