Burnout im VKU

Zofingen | 10.02.2014 11:05, zto, 0 Kommentare

Eine bestandene Theorieprüfung alleine reicht nicht mehr, um Autopilot zu werden. Vier zusätzliche Abende Theorie mit mässigem Informations-, dafür umso grösserem Unterhaltungswert, sind ebenfalls Pflicht.

bilder

Bild: www.wallmay.net

Was man lernt im VKU? Lauter praktische Dinge, von denen man leider recht schnell vieles wieder vergisst, vor allem natürlich, wenn man (wie ich) bereits steinalt ist. Was mir besonders imponiert hat, war der sogenannte «Runflat»-Reifen, den Lehrer Andy uns gezeigt hat: ein Reifen, der verstärkte Seitenwände aufweist und deshalb nicht platt werden kann, auch wenn man in riesige Nägel fährt. Darum haben moderne Wagen wie Andys BMW übrigens auch kein Reserverad mehr dabei… braucht’s nicht! Ob man damit auch Krähenfuss-Sperren der Polizei unbeschadet übersteht, konnte ich bis dato leider nicht in Erfahrung bringen. Polizeikontrollen sollte man als Neulenker generell vermeiden, soweit das möglich ist, denn das Billett ist definitiv schneller weg, als es da ist – und es kommt nur ganz langsam wieder, falls es mal wirklich weg ist (Ja genau! Über Drogen haben wir auch gesprochen im VKU, wie konnte ich das nur vergessen?).

Was mir garantiert in Erinnerung bleiben wird von diesen vier Abenden: Ein sehr sympathischer Bär von einem Mann namens A., der tatsächlich eben erst 18 geworden ist, Nachtschicht im Gleisbau arbeitet und mich mit seinen zahlreichen Fragen, deren Zusammenhang zum Thema sich mir nicht immer gänzlich erschloss, sehr zum Lachen gebracht hat. Ich meine, wer hat schon den Nerv, als Noch-Nicht-Autofahrer den VKU-Lehrer mit Fragen darüber zu löchern, wie man einen «Burnout» (die Räder drehen durch, bis sie qualmen, der Wagen bleibt aber mehr oder weniger an Ort) produziert. A: «Muss man dazu eigentlich die Handbremse anziehen?» Andy: «Wenn der Wagen genug Power hat, ist das überflüssig. Einfach nur Vollgas geben!» Köstliche Unterhaltung!

Am letzten Abend, nachdem uns A. hat wissen lassen, dass er, bzw. seine Familie, im Besitz eines Audi RS 6 sei (V10 Motor mit 580 PS, darum vielleicht die Frage nach dem Burnout) für den man einen gar nicht knappen 6-stelligen Betrag hinblättert, ein weiterer Höhepunkt: In den schwer in die Jahre gekommenen Lernvideos mit dem «wilden» Turbo-Klaus sieht man ein waghalsiges Überholmanöver. Frage von A. dazu: «Was haben diese Wagen denn so gekostet?» Andy: «Ich verstehe jetzt deine Frage glaub nicht ganz…» A.: «Wie teuer waren sie etwa, diese Karren? Damals?» Andy: «Aha! Der braune da hat neu nur etwa 15‘000 gekostet seinerzeit.» A., etwas enttäuscht: «Nur? Ach so…»

Kommentare (0)

Kommentar schreiben