Aargauer Feuerwehren rücken 380 Mal aus

Das schwere Unwetter in der Nacht auf Mittwoch hat im Aargau massive Schäden angerichtet. Vorwiegend im südlichen Kantonsgebiet standen 54 Feuerwehren an insgesamt 380 Schadenplätzen im Einsatz. Besonders stark wurde die Region Zofingen getroffen.

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In der Thutstadt beschädigten Sturmböen 40 Dächer, wie die zuständige Stadträtin Christiane Guyer auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Bei einem Haus wurde das Dach ganz weggerissen. Die Bewohner - ein Ehepaar - wurden evakuiert.

Die Feuerwehren von Zofingen, der Werkhof und der Zivilschutz waren bis am Mittag im Räumungseinsatz, bis die wichtigsten Strassen wieder ganz für den Verkehr freigegeben werden konnten. Sie wurden dabei von den Feuerwehren Aarau und Baden unterstützt. 

Ebenfalls arg in Mitleidenschaft gezogen wurde der Heiternplatz. Auf dem Lindengeviert - der von Linden umrahmten Wiese auf dem Zofinger Hausberg - ist «praktisch kein Baum intakt geblieben», sagte Guyer.

Festivalleiter Heitere: «Katastrophe»
Rund 80 Prozent der Bäume seien beschädigt, auch die jüngeren der Linden. Einige seien sogar mitsamt der Wurzel ausgerissen worden. Der Festivalleiter des Heitere Openairs, Christoph Bill, bezeichnete die Unglücksnachricht auf Anfrage als «Katastrophe».

Das Heitere Openair lebe vom Platz und dessen lauschiger Atmosphäre. Die Bäume gehörten einfach dazu. Die Stadt will den Zustand des Heiternplatzes in den kommenden Tagen beurteilen und dann das Gespräch mit den Festival-Organisatoren suchen.

Ob das Unwetter Auswirkungen auf das am 12. August beginnende Festival habe, sei noch zu früh zu beurteilen, sagten sowohl Stadträtin Guyer wie auch Festivalleiter Bill. Das benachbarte Hirschgehege wurde stark beschädigt, Tiere kamen aber keine zu Schaden.

Unwetter fegte über südliches Kantonsgebiet
Neben Zofingen litten vor allem die Regionen Kulm, unteres Seetal, Wohlen und Baden unter den starken Gewittern. Ab 1 Uhr in der Nacht registrierten die Alarmzentrale innert Stundenfrist rund 1700 Anrufe. Gemeldet wurden überflutete Keller, abgedeckte Hausdächer, eingeschlagene Fenster sowie Strassen, die durch umgestürzte Bäume blockiert waren. Die Schadensumme konnte am Mittwoch noch nicht beziffert werden.

Strassen und Zugstrecken blockiert
In Hunzenschwil ging irrtümlicherweise der Sirenenalarm los. Das Gewitter liess rund 25 weitere Alarmanlagen losheulen. Zudem musste neben anderen Strassen ein Teil der Suhrentalstrasse im Raum Oberentfelden gesperrt werden.

Wegen eines umgestürzten Baumes in Safenwil war bis 9 Uhr morgens die Zugstrecke zwischen Zofingen und Lenzburg unterbrochen. Die Passagiere mussten auf Bahnersatzbusse umsteigen.

Stromausfall im Ostaargau
Im Ostaargau kappte das Unwetter zwei Stromleitungen. Wegen zwei beschädigten Strommasten mussten die Gemeinden Widen, Bergdietikon, Büttikon, Sarmenstorf, Seengen und Uezwil nach 1 Uhr vorübergehend ohne Strom auskommen, wie die AEW Energie AG mitteilte.

Die AEW schaltete das Stromnetz nach den Schäden auf andere Zuleitungen um. Bis um 2.30 Uhr hatten alle Gemeinden wieder Strom. Beide Betonmasten müssen ersetzt werden. Die AEW rechnet mit Kosten von ungefähr 50'000 bis 100'000 Franken, wie Mediensprecherin Elke Piller auf Anfrage sagte.

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